Der "Purpurrote Zwiebelapfel" ist Streuobstsorte des Jahres 2021

 

Der Purpurrote Zwiebelapfel ist eine robuste, regionale  Apfelsorte, die insbesondere im mittelbadischen Raum und im Elsass zu finden ist. Er ist als Saft- und Mostapfel  sehr beliebt und ergibt ebenfalls feinen Apfelmus. Wegen seiner intensiven, purpurroten Färbung fand er früher auch als Weihnachtsschmuck Verwendung.

 

Weitere Namen: Kohlenbacher, Christkindler, Rhinauer Sauerapfel, Franzosenapfel, Talapfel, Saint Nicolas, Gambsemer, Elsässer Braunapfel.

 

Herkunft: Bereits im 16. Jh in Straßburg dokumentiert. Lokalsorte, Zufallssämling vermutlich aus dem mittelbadischen Raum (zwischen Kenzingen und Kehl). Aber auch das elsässische Ried wird als Ursprung vermutet, als gesichert gilt jedenfalls die Herkunft aus dem Rheingraben. Heute ist die Sorte nur noch selten anzutreffen.

 

Baum: Starkwachsend, gesund, bildet kräftige, steile Triebe, die später unter der Last der Früchte einen hängenden Wuchs entwickeln, guter Ertrag, wenig alternierend. Die Blüte erscheint spät und ist daher weniger frostgefährdet.

 

Pflückreife Frucht: Pflückreif Mitte bis Ende Oktober, bis April haltbar. Früchte klein bis mittelgroß, Ertrag hoch und regelmäßig. Purpurrote, blau-violett bereifte Frucht, Fruchtform kugelförmig abgeflacht, manchmal etwas breitgedrückt. Fruchtfleisch grünlich, fest, saftig, säurebetont, mit feiner Würze, leicht parfümiert. Glänzt, wenn man den Apfel reibt. Es besteht eine gewisse Ähnlichkeit mit den Apfelsorten Ingrid Marie und Rote Sternrenette.

 

Verwendung: Sehr guter Saft- und Mostapfel, nach längerer Lagerung auch als Tafelapfel geeignet. Beliebt für Apfelmus und Apfelkuchen

 

Bei Bedarf ist über den LOGL ein digitales Bild  zu beziehen.

 

Text: Rolf Heinzelmann, LOGL

 

Literaturangaben:

Klatt, P.: Rhinauer Sauerapfel - deutsch-französischer Einsatz für den Erhalt einer traditionellen Apfelsorte, S. 38-42, in: Natürlich Gärtnern & Anders Leben 5/2015; Hartmann, W.: Farbatlas Alte Obstsorten, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2015; Weitere Informationen Walz, Zimpfer.

 

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