Die "Gelbe Wadelbirne" ist Streuobstsorte des Jahres 2020

 

Die Gelbe Wadelbirne ist besonders als Dörrbirne sehr gut geeignet. So wird sie auch als Hutzelbirne bezeichnet - der schwäbisch/alemannische Begriff "hutzelig" meint ursprünglich "runzelig" und weist auf das Aussehen gedörrter Birnenschnitze hin. Als Tafelobst ist sie aufgrund ihrer relativ hohen Gerbstoffgehalte weniger empfehlenswert.

 

Die Wadelbirne wurde schon um 1930 in der Schweiz erwähnt und Ende des 15. Jahrhunderts in Württemberg beschrieben.

Sie ist auch als "Kannenbirne", "Kantenbirne", "Längler", "Strangulierbirne", "Würger" und "Würgelbirne" bekannt und reift von Ende August bis Ende September. Die mittelgroße bis große, flaschenförmige Frucht wird schnell teigig und hat eine hellgrüne Grundfarbe. Bei Vollreife wird sie hellgelb bzw. auf der Sonnenseite hellrosa bis rot. Das weißlich gelbe Fruchtfleisch ist saftig und süßlich mit deutlichem Gerbstoffgehalt.

 

Der Baum wächst zu landschaftsprägenden, großen Exemplaren heran. Die ausladende Krone, die Baumgröße und die dicke Borke erinnern entfernt an den Wuchs einer Eiche. Die Blüte ist mittelfrüh und der Ertrag eher durchschnittlich.

 

Die gelbe Wadelbirne ist als Hutzelbirne zum Dörren geeignet. Hutzeln sind getrocknete Fruchthälften oder Birnenschnitze. Hutzelig bedeutet im Dialekt runzelig. Als Mostbirne und zum Brennen findet die gelbe Wadelbirne ebenfalls Verwendung. 

 

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Text: Rolf Heinzelmann, LOGL

 

Literaturangaben:

Hartmann, W.: Farbatlas Alte Obstsorten, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2015

Szalatnay D., Kellerhals, M., Frei, M. und Müller, U.: Früchte, Beeren, Nüsse - Die Vielfalt der Sorten, HauptVerlag, 1. Auflage 2011FruchtSynonyme

 

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